Die Chemie des Glücks

Loretta Graziano Breuning

★★☆☆☆


Bevor ich ein Buch lese, versuche ich mir immer zuerst über meine Erwartungen an das Buch klar zu werden. Dieses Buch hat meine Erwartungen leider enttäuscht.


Der Untertitel des Buches lautet Wie wir unsere Hormone beeinflussen und das Gehirn dauerhaft auf Glücklichsein einstellen. Und genau das habe ich in diesem Buch zu erfahren erwartet. In den ersten Kapiteln geht es um die verschiedenen Glückshormone der Säugetiere, ihre Funktionen und wann sie ausgeschüttet werden. Dies fand ich sehr spannend und dachte, dass es als Vorbereitung dafür dienen sollte, wie ich mein Gehirn dauerhaft auf Glücklichsein einstellen kann. Leider war damit dann auch der spannende Teil vorbei: der mittlere Teil wiederholt nur bereits dargestellte Inhalte und ist sehr zäh und schlecht zu lesen. Hier werden die Gründe für das Ausbleiben von Glückshormonen anhand der Evolutionsgeschichte erklärt.

Im gesamten Buch werden auffällig viele Experimente mit Pavianen angeführt. Die Autorin interessiert sich sehr für Verhaltensexperimente und hat sich in dem Buch inhaltlich sehr mit neurochemischen und biologischen Tatsachen auseinandergesetzt. Für mich persönlich war das zwar nett zu lesen, hat aber meine Interessen völlig verfehlt, da ich auf etwas gehofft hatte, das praxisbezogen ist und sich gut auf das eigene Leben anwenden lässt.


Relativ am Ende des Buchs stellt die Autorin dann einen Aktionsplan vor, hat dafür aber gar keinen konkreten Leitfaden. Das gesamte Kapitel bezieht sich einfach darauf, dass man eine neue Gewohnheit innerhalb von 45 Tagen animmt.

Im abschließenden Kapitel wird dann erklärt, dass es nicht möglich sei, unser Gehirn dauerhaft auf Glücklichsein einzustellen, denn das "Streben nach mehr" zeichnet alle Menschen aus und verhindert, dass wir immer glücklich sein können.

Daher gibt es für dieses Buch nur zwei Sterne.


Hätte die Autorin dieses Buch als Fachbuch geschrieben, könnte es ein 4-Sterne-Buch sein. Doch der Titel "Die Chemie des Glücks", mit dem sie wohl versuchte, einen Bestseller zu schreiben, suggeriert, dass es ein Selbsthilfebuch ist, weshalb es mit den viel zu biologischen Ausführungen meine Erwartungen enttäuscht hat.

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