Die Wissenschaft des Reichwerdens

Wallace D. Wattles

★★★★☆


Dieser praktische Leitfaden zum Reichwerden von Wallace D. Wattles stammt aus dem Jahr 1910 und erklärt auf kurzen 96 Seiten, wie jeder von uns reich werden kann, wenn er bzw. sie die Dinge auf eine ganz bestimmte Art und Weise tun. Dabei muss dem Leser klar werden, dass es sich einzig und allein um einen praktischen Leitfaden handelt; wer die Grundlagen der Wissenschaft in Frage stellt, dem wird dieses Buch nicht weiterhelfen.


Herr Wattles erklärt, warum das Streben nach Reichtum nicht verpönt sein darf, sondern sogar lobenswert ist, denn wir benötigen bestimmte Dinge, um unser ganzes Potential entfalten und unsere Talente entwickeln zu können. Und nur wenn wir die beste Version unserer Selbst sind, können wir anderen Menschen helfen und dienen.


Das Buch hat mir gut gefallen, denn es erklärt kurz und prägnant alles, was man zum Thema wissen muss. Das Buch richtet sich überwiegend an Angestellte, die mit ihrem Beruf und ihrer Lebenssituation nicht zufrieden sind. Es macht sich beim Lesen natürlich bemerkbar, dass das Buch in einer anderen Zeit verfasst wurde, z.B. durch Bemerkungen über die Stahlfabriken oder Nähmaschinen usw.

Dabei wird klar, dass Herr Wattles ein überaus intelligenter Mann war, denn in dem Kapitel, in dem er erklärt, dass es kein Monopol an Chancen gibt und es Fülle für jeden in diesem Universum gibt, merkt er an, dass es sicher logischer wäre, sich auf die Branchen der elektrischen Eisenbahn und den Luftverkehr zu fokussieren, anstatt in die hart umkämpfte Welt der Dampfloks einzusteigen (und das war 1910!). Heute, über 100 Jahre später, wissen wir, dass er Recht behalten sollte.


In seinem Werk geht es u.a. um die schöpferische Kraft, die in jedem von uns steckt, Dankbarkeit und die Handlungen, die unseren Wünschen folgen müssen. Sein Buch weist darüber hinaus religiöse Merkmale auf, mit denen verschiedenste Behauptungen erklärt werden.

"Es gibt eine denkende Substanz, aus der alles gemacht ist und die in ihrem ursprünglichen Zustand die Zwischenräume des Universums durchdringt und ausfüllt. Ein Gedanke in dieser Substanz bewirkt die Sache, die von dem Gedanken bildhaft dargestellt wird."

Der praktische Leitfaden hat mir gut gefallen, ich muss aber sagen, dass mich das erste Kapitel "Das Recht reich zu sein" ein wenig geschockt hat, da der Autor dort mit sehr polarisierenden Worten seine Meinung ausdrückt, wie sie heute selten mehr gehört werden. Ich hatte außerdem Mühe nachzuvollziehen, wie der das Recht reich zu sein rechtfertigt, da seine Ausführung gänzlich den Überzeugungen meines Umfelds widersprechen.

Es ist dennoch ein lesenwertes Werk, das ich guten Gewissens empfehlen kann.

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