Glückskinder

Hermann Scherer

★★★★☆


Dieses Buch, das keiner bestimmten Struktur folgt, liest sich wie eine wunderschöne Erzählung verschiedener Geschichten, anhand welcher der Autor seine Sicht auf die Welt schildert. Das Cover und die äußerliche Gestaltung passt sich dem Inhalt auf spielerische und fantasievolle Art und Weise an.

Der Autor, der übrigens ein sehr erfolgreicher Redner ist, hatte in jungen Jahren mit den riesigen Schulden seiner Eltern zu kämpfen und erzählt in diesem Buch, wie er sie in losgeworden ist und was für eine Art von Mindset man hierfür braucht. Er erzählt von Situationen, die ihm im Leben widerfahren sind, welche Dinge er für sich persönlich herausgefunden hat und was seiner Meinung nach verbreitete Denkfehler seien.


Was mir sehr gut gefallen hat, sind die Zitate, die an den Seitenrändern hervorgehoben wurden und damit auf einen Blick die wichtigsten Aussagen des Kapitels erkennen lassen. In Erinnerung geblieben ist mir dabei folgendes Zitat:

"Jeder sucht die goldene Mitte und wer sie gefunden hat, wir feststellen, dass sich dort viel zu viele tummeln."

Als der Autor sich im Empire State Building das Expressticket kaufte, das 15$ mehr als das normale Ticket kostete, um von oben den Blick über ganz New York genießen zu können, fiel ihm auf, wie viele Menschen zu geizig waren, um 15$ mehr für ein Expressticket zu bezahlen, die sich aber nicht zu schade dafür waren, drei Stunden ihrer Urlaubszeit mit Warten zu vergeuden. Ist es nicht erstaunlich, wie viele von uns sich das ganze Leben lang in den unterschiedlichsten Situationen so verhalten? Herr Scherer, der für sein Leben gerne reist, hat verschiedene Wege gefunden, sich seine Herzenswünsche mit wenig Geld erfüllen zu können und möchte auch andere darauf aufmerksam machen, dass wenn man etwas wirklich will, dass man dann immer einen Weg findet.


Obwohl der Autor selbst zugibt, dass ihn sein extremer Ehrgeiz manchmal zu einem unerträglichem Menschen macht, schildert er in diesem Buch Situationen aus seinem Leben, in denen ich seine Reaktion und die Begründung dafür nicht wirklich nachvollziehen kann. Aus diesem Grund gibt es für das Buch "nur" vier Sterne.


In seinen Kapiteln erzählt er immer wieder wahre Geschichte, die seine Behauptungen näher begründen sollen. Besonders interessant fand ich sein Kapitel zu den Pionieren und welchen Mit sie aufbringen müssen, um das zu tun, das noch keiner je getan hat. In diesem Kapitel erzählt er von einem britischen Arzt, der die Pockenimpfung an einem kleinen Jungen durchgeführt hat und da dieser überlebte, ging der Arzt davon aus, dass die Impfung funktioniert hatte. Der Arzt impfte dann auch seine Frau und seinen Sohn, was jeweils damit endete, dass seine Frau eine Totgeburt hatte und der - bis dahin gesunde - Sohn geistig zurückblieb und starb.

Der Leser lernt in diesem Buch alle möglichen spannenden Geschichten kennen, von denen er sonst nie etwas hören würde.


Hermann Scherer legt in diesem Buch einen wahrhaftig literarischen Schreibstil an den Tag, von dem ich gerne mehr sehen möchte.

Wer eine kurze Lektüre für zwischendurch sucht, die ihm wieder einmal bewusst macht, was wirklich wichtig ist im Leben und herausfinden möchte warum manche lebenslang Chancen suchen – und andere sie täglich nutzen, der ist hier genau richtig.





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